11/08/11Tags, Clouds & Co.
Haben Sie schon einmal vom Tagging gehört? Und wissen Sie, was Clouds sind? Diese Begriffe sind Ihnen bestimmt schon zu Ohren gekommen, jedoch ist ihre Bedeutung oft unklar. Vor allem stellt sich die Frage, was Tags, Clouds & Co. mit Bildung zu tun haben können.
Die Begriffe
Als flexibles Auszeichnen von multimedialen Inhalten (z. B. Bildern oder Texten) mit frei gewählten Begriffen ist Tagging (engl. für "Kennzeichnen") ein relativ junges Phänomen und hat sich bisher vor allem bei einigen erfolgreichen Web-2.0-Plattformen wie z. B. Myspace, Flickr oder YouTube durchgesetzt. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom "Social Tagging". Das bedeutet, dass Menschen gemeinsam Tags nutzen, um ihr Wissen zu strukturieren und zu teilen. Verschiedene Tags einer Webseite werden oft in Form einer Cloud (engl. für "Wolke") oder Tag-Cloud dargestellt. In solcher "Wolke" sind alle auf der jeweiligen Webseite vorhandenen Tags untergebracht. Unterschiedliche Textgröße der Tags spiegelt dabei deren Häufigkeit wider: Je größer ein Tag dargestellt ist, desto öfter wurde er auf dieser Website vergeben.
Tags vs. Bookmarks
Etwas bekannter und älter als Tags sind die sogenannten Bookmarks oder Lesezeichen. Damit können Webseiten mit interessanten Inhalten im Browser in eine Art Liste gespeichert und später mit nur einem Klick wieder aufgerufen werden. Der Nachteil von Lesezeichen besteht allerdings darin, dass sie lokal auf einem Rechner abgespeichert und somit nicht an einem anderen Rechner oder für andere Personen zugänglich sind. Mithilfe vom Tagging dagegen lassen sich die Inhalte nicht nur mit anderen Menschen (z. B. Kollegen) teilen, sondern sie sind auch von jedem PC mit Internetzugang verfügbar.
Was hat das mit Bildung zu tun?
Im Bildungsbereich ist Tagging bisher noch wenig verbreitet. Dieses neue Medium etabliert sich allerdings nach und nach bei einigen E-Learning-Plattformen. So sind die Anfänge des Taggings in der Bildungsbranche beispielsweise bei der BibSonomy zu sehen: Bei dieser Plattform können digitale Semesterapparate mithilfe von Tags strukturiert und so Wissen geteilt werden.
Dank seinem dynamischen, intuitiven und interaktiven Charakter eignet sich Tagging bestens auch zum Einsatz in der Bildungsbranche. Zum einen trägt Tagging stark zur aktiven Beteiligung der Lernenden bei und steigert durch vielseitige Mitgestaltungsmöglichkeiten die Motivation und das Interesse am Unterricht. Zusätzlich steigt auch das Engagement im Bezug auf den Unterrichtsstoff und somit auch das Verständnis des Lernmaterials.
Zum anderen kann Tagging auch die Arbeit der Lehrkräfte deutlich erleichtern. So können Tags von Lehrern bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichtes genutzt werden. Die wichtigsten Vorteile dabei liegen in der Verfügbarkeit der Inhalte von jedem beliebigen PC mit Internetzugang, der einfachen Strukturierung der Daten und der Möglichkeit, Inhalte mit Kollegen zu teilen und so eine gemeinsame virtuelle Wissensdatenbank aufzubauen und zu erweitern.
Um herauszufinden, wie gut sich Tagging in der Bildungsbranche macht, hat der Deutsche Bildungsserver mit der interaktiven Plattform edutags ein interessantes Projekt ins Leben gerufen. Bis April 2012 wird diese Social-Bookmarking- und Social-Tagging-Plattform von mehreren Schulen erprobt. Mehr über das Projekt und die Funktionsweise der Plattform erfahren Sie auf der Webseite des Deutschen Bildungsservers.
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Quellen:
- "edutags: Social Bookmarking für Lehrkräfte": Projektbeschreibung auf der Webseite des Deutschen Bildungsservers oder unter www.dipf.de/de/projekte/edutags.
- Chatprotokoll "Social Tagging" mit Prof. Dr. Thorsten Hampel.
- "Potenziale von Tagging als partizipative Methode für Lehrportale und E-Learning-Kurse" (Harrer, A. / Lohmann, S.).
