03/08/11"Internetkunde" als Schulfach?
Laut einer aktuellen TNS-Infratest-Studie* nutzen über 97% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 29 Jahren regelmäßig das Internet. Dabei sind ca. 94% der 12- bis 18-Jährigen in sozialen Netzwerken aktiv, d. h. nutzen diese täglich oder mehrmals pro Woche.
Das hat die diesjährige Jugend-Survey Baden-Württemberg** ergeben. Die Befragung ist ein gemeinsames Projekt der Jugendstiftung Baden-Württemberg und des Landesschülerbeirats und wird vom Kultusministerium unterstützt.
Besonders interessant dabei ist, dass bei der Erkundigung der sozialen Netzwerke nur 14% der Befragten ein Erwachsener mit Rat zur Seite stand. 90% der Survey-Teilnehmer gaben dagegen an, die Funktionsweise von Facebook und Co. alleine oder mit Freunden herausgefunden zu haben. Das bedeutet, dass die Mehrheit der jungen Internet-Nutzer sich höchstwahrscheinlich nicht bewusst ist, welche Gefahren das Internet mit sich bringen kann, wie etwa Datenschutzprobleme, Internet-Mobbing oder Zugang zu jugendgefährdenden Daten.
In diesem Zusammenhang fordert der Landesschülerbeirat Baden-Württemberg die Einführung eines neuen Schulfaches Medien und Kommunikation und eine bessere Qualifizierung von Lehrern in diesem Bereich. Auch die Kultusministerin des Landes Baden-Württemberg Gabriele Warminski-Leitheußer könnte sich so ein Fach vorstellen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft vertritt dagegen die Meinung, dass Medienerziehung sich nicht auf ein spezielles Fach einschränken sollte. Stattdessen soll die technische Ausstattung der Schulen verbessert und die Weiterbildung der Lehrer optimiert werden, so dass Medienerziehung zum Teil eines jeden Schulfaches wird.
Trotz der Verankerung in den Bildungsplänen ist eine aktive Medienerziehung an Schulen immer noch selten. Mangelhafte technische Ausstattung der Schulen und ungenügende Weiterbildungsangebote für Lehrer werden bei diesem Thema oft als Ursachen genannt. Ein neues Fach im Bereich Medien und Kommunikation könnte die Medienerziehung an Schulen verbessern. Die Frage, ob es solch ein Fach zukünftig geben wird, bleibt allerdings noch offen.
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Quellen:
- * Studie zum Download
- ** Survey zum Download
- Artikel "Allein gelassen im Internet"
