03/11/11Cybermobbing erfolgreich vorbeugen
Laut verschiedener Studien wissen viele Kinder und Jugendlichen aus eigener Erfahrung, was Mobbing im Internet ist. So hat eine Pilotstudie der Universität Hohenheim erwiesen, dass ein Viertel der über 400 befragten Schüler aus dem Raum Stuttgart schon einmal Opfer der Angriffe im Internet wurden.*
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) bringt sogar höhere Zahlen solcher Opfer ans Licht: Etwa 30% der 1000 telefonisch befragten Jungen und Mädchen im Alter von 14 bis 20 Jahren gaben an, schon einmal eine Cybermobbing-Attacke erlebt zu haben.**
Unter Cybermobbing, auch Cyber-Bullying oder E-Mobbing genannt, versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel. Dabei kennen sich Opfer und Täter meistens auch in der „realen“ Welt: Cybermobbing geht in der Regel von Personen aus dem eigenen Umfeld, wie z. B. der Schule, dem Freundeskreis oder dem Wohnviertel aus.***
Ob peinliche Fotos, heimlich aufgenommene Videos oder Gerüchte – Cybermobbing fängt oft mit einem harmlosen Streich an und verbreitet sich im Internet wie ein Lauffeuer. Die Betroffenen merken solche Attacke oftmals erst, wenn es schon zu spät ist. Besonders gefährlich dabei: Es gilt der gleiche Grundsatz wie auch bei der Verbreitung aller persönlichen Daten im Internet – was einmal im Internet ist, bleibt für immer da. So leiden die Betroffenen oft auch noch Jahre später an den Folgen des Cybermobbings. Viele der Opfer berichten nicht nur von psychischen Problemen, wie Verzweiflung (25%), sondern auch vom körperlichen Leiden. So beschwerten sich 17% der Cybermobbing-Betroffenen über Schlafstörungen, 10% über Kopfschmerzen.**
Die Folgen von Cybermobbing sind gefährlich. Die Vorbeugung solcher Attacken spielt deshalb eine entscheidende Rolle. Dabei geht es nicht nur um eine schnelle und richtige Reaktion auf das Cybermobbing, sondern vor allem auch um das Bewusstsein für diese Gefahr. In diesem Zusammenhang gibt es zahlreiche Projekte, die sich mit dem Thema auseinandersetzen mit dem Ziel, Schüler, deren Eltern und Lehrer über das Cybermobbing zu informieren und wertvolle Tipps für den Umgang mit den Belästigungen im Internet zu geben.
So beschäftigen sich beispielsweise die Studierenden der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin im Rahmen des Projektes "Nein zum Cybermobbing" mit diesem Thema. Auf der Website des Projektes sind einige hilfreiche Informationen, wie z. B. Maßnahmen im Falle eines Cybermobbings oder Beratungsstellen zu diesem Problem, zusammengestellt.
Eine Hilfestellung für Eltern und Lehrer zum Cybermobbing und anderen Themen rund um den Umgang der Kinder und Jugendlichen mit den neuen Medien bietet die Webseite der Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend "Schau hin!".
Eine ungewöhnliche Herangehensweise an die Vorbeugung des Cybermobbings bietet das pädagogisch begleitetes Theaterstück "Fake oder War doch nur Spaß" des Berliner Ensembles Radiks, das für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet ist. Das Besondere dabei: Die Theater-Gruppe verfolgt ein mobiles Konzept und präsentiert ihre Stücke auch in Orten, die über kein festes Theaterhaus verfügen. Bildungseinrichtungen können das Ensemble auch außerhalb der Tournee buchen.
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Quellen:
* Artikel "Gezielter Psychoterror im Internet" auf der Website der Focus Schule.
** Artikel "Jeder dritte Schüler wird online gemobbt" auf der Website der Focus Schule.
*** Artikel "Cyber-Mobbing – was ist das?" auf der Website der EU-Initiative klicksafe.de.
